Wofür das gehäckselte Pflanzenmaterial am besten nutzen?

Wenn du Besitzer eines Gartens bist, in dem immer wieder Gartenabfälle wie Schnittgut und Laub anfallen, dann lohnt sich der Einsatz eines Häckselgeräts in doppelter Hinsicht. Zum einen kannst du die diversen Gartenabfälle effektiv und unkompliziert zerkleinern. Zum anderen erhältst du aber auch das reichlich wertvolle, gehäckselte Pflanzenmaterial, das deinem Garten auf verschiedene Weise wieder zugutekommen kann.

Wofür du das gehäckselte Material nutzen kannst, welche Art von Häcksler für die verschiedenen Zwecke am besten geeignet ist und was du bei den unterschiedlichen Gartenabfällen beachten solltest, erfährst du in diesem Blogartikel.

Gehäckselte Strukturmaterial für deinen Kompost

gehäckselte Pflanzenmaterial für den Kompost

Wenn du einen eigenen Komposthaufen oder -behälter in deinem Garten nutzt, kannst du das Häckselmaterial dort einbringen. Besonders zerkleinerter Ast- und Strauchschnitt eignet sich gut als Strukturmaterial, da es den Kompost auflockert und dadurch für eine gute Durchlüftung sorgt.

Am besten mit einem Walzenhäcksler

Am besten lässt sich dieses härtere, holzige Schnittgut mit einem Walzenhäcksler schreddern. Diese ziehen das zugeführte Häckselgut selbstständig ein und bewältigen dabei auch dickere Äste mit einem Durchmesser von bis zu 4,5 cm.

Häckselmaschinen mit Walzentechnologie haben zudem den Vorteil, dass sie das Pflanzenmaterial nicht nur zerschneiden, sondern auch quetschen. Dadurch werden die Fasern aufgespalten und die Oberfläche der einzelnen gehäckselten Stücke wird vergrößert. Das bewirkt eine bessere und schnellere Kompostierung, da den für die Zersetzung wichtigen Mikroorganismen eine größere Angriffsfläche geboten wird.

Welche Gartenabfälle ergeben eine gute Kompostmasse?

Äste und Zweige kannst du also zu Strukturmaterial verarbeiten, das sich sehr gut als eine Art Grundgerüst für deinen Kompost verwenden lässt. Weichere, weniger holzige Gartenabfälle eignen sich zwar weniger als Strukturmaterial, können aber dennoch sehr wertvoll für den Kompost sein, da sie wichtige Nährstoffe für deinen Garten enthalten. Schließlich kann die fertige, ausgereifte Kompostmasse unter den Gartenboden gemischt werden und unter Umständen sogar eine zusätzliche Düngung überflüssig machen.

Mulchmaterial für deine Bäume, Sträucher und Beete

Eine weitere Möglichkeit ist es, die gehäckselten Gartenabfälle als Mulchmaterial zu verwenden. Wenn du zum Beispiel Äste und Zweige schredderst, erhältst du ein Häckselgut, das sich besonders gut auf Beeten und unter einzelnen Bäumen und Sträuchern macht. Zudem kannst du durch den richtigen Einsatz von Mulch deinem Gartenboden wichtige Nährstoffe zurückgeben und so für eine hohe Bodenqualität sorgen.

Am besten mit einem Messerhäcksler

Wenn du das gehäckselte Material zum Mulchen nutzen möchtest, solltest du am besten mit einem Messerhäcksler arbeiten. Im Gegensatz zu Walzenhäckslern schneiden diese Häckselmaschinen die zugeführten Gartenabfälle in feine Stücke, quetschen das Pflanzenmaterial dabei aber nicht. Die Pflanzenfasern werden hier also nicht extra aufgebrochen. So erhältst du ein Häckselmaterial, das zwar relativ fein zerkleinert ist, aber nur langsam verrottet. Es bietet sich daher ideal zum Mulchen an.

Ein Nachteil besteht hier nur darin, dass die Klingen eines Messerhäckslers durch hartes, holziges Häckselgut wie dickere Zweige und Äste stärker strapaziert werden und daher schneller an Schärfe verlieren. Für weiches Pflanzenmaterial, das aufgrund seiner Beschaffenheit ohnehin schneller verrottet, eignet sich ein Messerhäcksler aber definitiv besser als ein Walzenhäcksler, da die Geräte mit Messerscheibe nicht so leicht verstopfen.

Welche Gartenabfälle ergeben gutes Mulchmaterial?

Gehäckselte Äste und Zweige eignen sich am besten zum Mulchen, wenn du in deinem Garten Wert auf ein sauberes und gepflegtes Erscheinungsbild legst. Wenn du einen Messerhäcksler verwendest, wird der Astschnitt zu kleinen Holzchips verarbeitet, die sich leicht verteilen lassen und schön aussehen. Das holzige Material verrottet nur langsam und hält sich daher eine lange Zeit auf deinen Beeten.

Mulch gehäckseltes Material
Mit einem Messerhäcksler kannst du dein eigenes Mulchmaterial produzieren.

Eine schnelle und effektive Düngung erreichst du dagegen vor allem mit Mulch aus weicherem, nicht holzigem Häckselmaterial. Geschreddertes Laub, gehäckselte Pflanzenstängel, aber auch Rasenschnitt eignen sich hier beispielsweise sehr gut. Dieses weiche Pflanzenmaterial kann von den Kleinstlebewesen einfacher zersetzt werden und gibt seine Nährstoffe daher schneller an den Boden ab.

Beim Mulchen deiner Beete solltest du jedoch immer auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff achten, um für deine Gartenpflanzen optimale Bedingungen zu schaffen. Während Grünschnitt sehr stickstoffhaltig ist, enthalten Laub, Stroh, Rindenmulch und generell holziges Material hauptsächlich Kohlenstoff.

Wenn dir vor allem Häckselmaterial mit hohem Kohlenstoffanteil zum Mulchen zur Verfügung steht, kannst du dir zum Beispiel mit Hornspänen behelfen. Diese liefern den benötigten Stickstoff, der einer der Hauptnährstoffe für deine Pflanzen ist.

Besteht dein Mulch dagegen in erster Linie aus stickstoffreichen Gartenabfällen, so könnte die Stickstoffkonzentration zu hoch werden. Dann kann Ammoniak entstehen, wodurch sich wiederum der pH-Wert ungünstig verändert. Um dem entgegenzuwirken, kannst du beispielsweise Sägespäne unter das stickstoffhaltige Mulchmaterial mischen.

Mulch schützt deinen Boden

Neben dem Nährstoffeintrag bringt das Mulchen aber noch weitere Vorteile mit sich. So besitzt das Mulchmaterial zum Beispiel diverse Schutzfunktionen für den Boden. An heißen Tagen hilft es, den Boden länger kühl zu halten. Bei kühlen Nächten wiederum kann es die Tageswärme länger speichern. Gemulchter Boden verliert in trockenen Perioden weniger Feuchtigkeit und wird bei starkem Regen weniger ausgewaschen. Zudem schützt der Mulch vor Winderosion. Durch den verminderten Lichteinfall auf den Boden bremst das Mulchmaterial das Wachstum von Unkraut.

Wann du nicht Mulchen solltest

Neben diesen vielen Vorteilen, die das Mulchen mit sich bringt, gibt es jedoch auch einzelne Nachteile, die du beachten solltest. Wenn du dein Beet mit Mulch bedeckst, kannst du es nicht mehr hacken oder umgraben, ohne die Mulchschicht abzutragen oder mit dem Boden zu vermengen. Während an heißen Tagen der Mulch dazu dient, den Boden vor starker Erhitzung und Austrocknung zu bewahren, kann er besonders auf lehmigen Böden eine eventuell doch gewünschte Erwärmung durch die Sonne einschränken.

Besonders das Mulchen mit frischem, feuchtem Pflanzenmaterial wie Grasschnitt begünstigt Schneckenbefall. Wenn du also ein Beet oft bearbeiten musst, dein Boden sehr lehmhaltig ist oder du Probleme mit Schneckenbefall hast, ist das Mulchen daher nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.

Zusammengefasst: Mulchen oder Kompostieren?

Indem du dein Häckselmaterial deinem Kompost beimengst, kannst du dessen Qualität deutlich verbessern. Zur Zerkleinerung der entsprechenden Gartenabfälle eignet sich hier ein Walzenhäcksler besonders gut. Als Mulch kann das gehäckselte Pflanzenmaterial wichtige Nährstoffe liefern und deinen Boden vor ungünstigen Witterungseinflüssen schützen. Holzchips, die Messerhäcksler beim Schreddern von dickeren Zweigen und Ästen produzieren, machen sich zudem optisch sehr schön.

Welcher Verwendungszweck sich für dich am besten eignet, hängt letztlich davon ab, welche Voraussetzungen du in deinem Garten hast, welche Gartenabfälle bei dir anfallen und welche Art von Häcksler dir zur Verfügung steht.

Um eine gute Bodenqualität zu gewährleisten und so optimale Bedingungen für deine Gartenpflanzen zu schaffen, solltest du aber bei der Verwertung deiner Gartenabfälle in jedem Fall auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff achten. Das gilt sowohl für das Kompostieren als auch für das Mulchen.